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Schulkonzept

1. Ausgangslage

 

Der Name Sonnenweg steht für eine sonnige Schulzeit, psychische Gesundheit, persönlicher Erfolg durch Selbstwirksamkeit. 

Ich bin Primarlehrerin und Schulische Heilpädagogin aus Seengen, bin 36 Jahre alt und habe drei Kinder. Ich habe das Anliegen, PrimarschülerInnen der 1.-6. Klasse in einem friedlichen, stressfreien Umfeld zu beschulen. Am 27. Januar 2017 erhielt ich die Bewilligung vom Erziehungsrat des Kantons Aargau zur Führung einer anerkannten Privatschule. Am 14. August 2017 eröffnete unsere Schule mit acht Kindern. Die Raumerweiterung im April hat uns eine Gesamtfläche von 186m2 erbracht. Eine Oberstufe mit Sereal / Bezirksschule wird auf das Schuljahr 2020/21 geplant.

 

1.1      Vision

Mein Wunsch ist es, eine Schule zu schaffen, die gesundes, nachhaltiges so wie sinnvolles Lernen als Prinzip verfolgt. Die Lernlandschaft ermöglicht selbständiges Arbeiten. Die Lehrperson agiert als Coach, sie organisiert,  strukturiert, hält Materialteppich bereit. Ausserhalb des Schulraumes werden viele Lernerfahrungen in der Natur ermöglicht. Ein Schulgarten entsteht hinter dem Haus, zudem bereichern Tiere und Waldtage das ganzheitliche Schulkonzept.

 

VisionVision 

Das psychische Wohlbefinden der Lernenden ist oberstes Gebot. Es herrscht ein vertrautes, entspanntes Lernklima. die Lehrpersonen nehmen Rücksicht auf die Belastbarkeit und emotionale Stimmung der Lernenden. Das Kind wird ernst genommen mit seinen Interessen, Stärken und Bedürfnissen, es steht im Zentrum und ist Experte über sich und sein Lernen.

 

Der Stundenplan ist kindgerecht gestaltet. Deutsch und Mathematik finden vormittags in Modulen statt, der Projektunterricht ergänzt mit künstlerischem Schaffen, damit sich das Kind ohne Unterbrüche vertiefen und flexibel organisieren kann (vgl. Krapf, 1997 und Wagenschein, 1999). Nachmittags bleibt Zeit und Raum, sich sportlich zu betätigen, für Realienpraktikum (im Freien) und Englisch.

 

Individuelle Lernwege und eigenes Lerntempo garantieren, das Kind weder zu unter-, noch zu überfordern. Die Freude am Lernen wird intrinsisch aufrechterhalten oder wiedererlangt. Echte Lernzeit und Effizienz in den Hauptfächern tragen zu einer hohen Unterrichtsqualität bei.

 

1.2      Motivation

Als Schulische Heilpädagogin (SHP) stiess ich in der Volksschule immer wieder an Grenzen. Es war schon schwierig genug, überhaupt geeignete Lektionen zu finden, in denen ich sinnvoll agieren konnte. Die Unterrichtsstile waren immer noch weitgehend Lehrerzentriert, was mich zu einer Assistenz degradierte. Ich konnte mich in der Unterrichtsplanung, so wie in der Durchführung nur unbefriedigend einbringen. Ich habe seit 2009 an drei Schulen, in ca. 18 Klassen mit mind. 25 Lehrpersonen zusammengearbeitet.

Ich habe vor meiner Zeit als SHP (2003- 2009) sechs Jahre lang an der Kleinklasse individualisiert unterrichtet und hatte damals die Möglichkeit, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Ich konnte sie eng begleiten, sie motivieren, sie ermutigen, ihnen so viel Verantwortung übergeben wie sie zu übernehmen vermochten. Ich war frei von Leistungsdruck und das psychische Wohlbefinden meiner Schülerinnen und Schüler stand an erster Stelle. Aber diese Bedingungen brauchen nicht nur Kleinklässler!

Ich begleitete Kinder in Regelklassen, die sich furchtbar anstrengten, und sich trotzdem als Verlierer im allgegenwärtigen Vergleich mit ihren Mitschülern erlebten- obwohl sie normalbegabt waren. Mit meinen viel zu knappen Ressourcen konnte ich kaum mehr tun, als oberflächlich Symptome zu lindern. Die Volksschule ist aus meiner Sicht für sensible Kinder ungesund. Die Anzeiger dafür sind hochbelastete Familien, Zusatzmassnahmen, damit die Lernziele erfüllt werden- Therapien, Medikamente, z.T. sogar Psychiater und Schulpsychologen- alles zusätzlich zum überlasteten Stundenplan. Ich sehe Primarschüler mit Burnout- Symptomen. Die WHO, so wie Remo Largo bestätigen mir eine Betroffenheit von 20% der Kinder und Jugendlichen! Die Wege um diesen Kindern zu helfen sind bürokratisch, administrativ aufwändig und sind unbefriedigend für die SHP, weil das Kind trotz allen Bemühungen noch im selben Paradigma hängen bleibt- oder es wird nach einer Fremdplatzierung gesucht. 

 

Natürlich machte ich mir Gedanken wegen meiner eigenen Kinder, die ich diesem Leistungsstress nicht aussetzen möchte. Ich will ihnen schöne, erfolgreiche, erlebnisreiche und gesunde Schuljahre ermöglichen und sogleich dieses Angebot für andere Kinder öffnen.  Ich schaue meinen Töchtern zu, die voller Interesse und Wissbegierde alles entdecken und erfragen, ich will nicht, dass dieses Feuer erstickt wird. Meine offene Didaktik ermöglicht es, normal- bis hochbegabten Kindern gerecht zu werden, da viel Freiraum für persönliche Interessen, Kreativität und individuelle Projekte vorhanden ist.

All diese Gründe motivieren mich eine Privatschule zu gründen- der einzige Weg, mir selber treu zu bleiben und wieder Leidenschaft für meine Berufung zu empfinden.

 

1.3      Zielgruppe

Zu meiner Zielgruppe zähle ich Kinder, die einerseits gesund bleiben sollen (Prävention) und andererseits gesund werden möchten (Intervention).

Prävention

Zur ersten Gruppe erhoffe ich mir möglichst junge Kinder ab Kindergarten. Eltern spüren, wenn ihr Kind sensibel auf Druck und Erwartungen reagiert, es Ängste zeigt oder sich verweigert. Oft spürt man dies bereits nach der ersten Trennungsphase. Ich sehe immer wieder Kindergärtner, die in der grossen Gruppe desorientiert sind und sich zurückziehen. Für diese Kinder wäre mein Angebot sehr hilfreich und förderlich. Sie benötigen den Glauben an die eigenen Fähigkeiten, konstante Bezugspersonen, die sie mit Geduld und Einfühlungsvermögen abholen. Jedes Kind will von sich aus lernen! Wir müssen Ihnen nur das Material zum richtigen Zeitpunkt zugänglich machen. Wenn ein Kind aus seiner innersten Motivation etwas verstehen will, soll man diesen Funken aufgreifen und ihm Raum geben, damit die ganze Gruppe am Feuer teilnimmt. Das verstehe ich unter Projektunterricht. Jedes Kind soll sich nach seinen Möglichkeiten frei entfalten können, in seinem Rhythmus. So bleibt ein Kind von Anfang an gesund und Leistungsbereit.

Intervention

Die zweite Zielgruppe bezieht sich auf sensible Kinder in Not, die in der Volksschule bereits einen Leidensweg durchmachen. Sie müssen sich in einem geschützten Umfeld erholen und können wieder gesund werden:

  • Sensible Kinder, die Stresssymptome, Ängste zeigen oder verweigern (Burnout)
  • Hochbegabte Kinder, die in der Regelschule ihr Potential nicht genügend ausschöpfen können
  • Kinder, die unter Mobbing leiden
  • Kinder, die Ausgleich in der Natur, Gemeinschaft und Kreativität brauchen

Alle diese Kinder brauchen Vertrauen und Geborgenheit, individuelle Lösungen, was die offene Didaktik erst möglich macht. Sie können sich entfalten und verwirklichen, zu starken Persönlichkeiten wachsen- Das ist mein Anliegen!

 

Das verstehen wir unter sensiblen Kindern...


Es gibt Kinder, die in der Volksschule an ihre psychische Belastbarkeitsgrenze stossen. Dies kann in Unter- oder Überforderung, sowie Mobbing begründet sein. Die grossen heterogenen Klassenstellen hohe An
sprüche an die Klassenlehrpersonen, es ist trotz grössten Bemühungen manchmal unmöglich, alle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Ich habe an meinen bisherigen Schulen Kinder begleitet, die körperliche Stresssymtome wie Schmerzen, Ängste und Depressionen erleiden. Der Leistungsdruck und die bürokratischen Unterrichtsmethoden setzen sensiblen Kinderseelen zu. Die WHO, so wie Remo Largo (2014) bestätigen eine

Betroffenheit von 20% aller Schülerinnen und Schüler. Das aktuelle Buch Burnout- Kids vom renommierten deutschen Professor Michael Schulte- Markwort wurde mir von Remo Largo persönlich empfohlen.

 

 

Burnout Kids Private Schulung SonnenwegBurnout Kids Private Schulung Sonnenweg

Das Problem von systembedingten Erschöpfungszuständen nimmt in unserer Aargauer Volksschule zu. 

 

Ich möchte eine reformpädagogische Schule gründen, die Kinder ganzheitlich auf allen Ebenen anspricht- die emotionale- sowie die persönliche Entwicklung stehen für mich im Vordergrund. 

Dass jedes Kind in seinem Tempo und erfolgsorientiert nach seinen individuellen Möglichkeiten lernt, ist für mich selbstverständlich. Die Hauptfächer Sprache und Mathematik werden in moderner, hoher Unterrichtsqualität vermittelt. Projektunterricht und kreative Tätigkeiten wie Malatelier, ICT, Textiles Werken/Werken oder Musik ermöglichen Freiraum für Eigeninitiative und Persönlichkeitsentwicklung. Innovatives Denken, Problemlösen und Selbständigkeit sind gefragt in der heutigen Arbeitswelt und an weiterführenden Schulen.

 

 

 

 

 

 

 

 

1.4      Ausblick

In einem ersten Schritt konzentriere ich mich auf die Primarstufe. Diese ist vorerst in einem Schulraum untergebracht. Später werden wir nach einem grösseren Objekt Ausschau halten mit eigenem (Pacht-)Land. Unsere Naturpädagogik hat drei Bausteine:

  • Biologischer Schulgarten, in dem die Kinder anpflanzen, ernten und die Lebensmittel zum Essen zubereiten.
  • Tiere, die regelmässig gepflegt, versorgt und gefüttert werden dürfen
  • Waldtage 

Auf das Jahr 2020/21 wird ein Ausbau mit Sereal und Bezirksschule angestrebt, damit die erworbene Lernkultur in der vertrauten Umgebung bis zum letzten Schuljahr ausreift.

 

2. Pädagogischer Bildungsauftrag

Wir verstehen unseren Bildungsauftrag als Vorbereitung auf ein Leben in Selbständigkeit. Jedes Kind ist anders und trägt auf seine Weise Positives zur Gemeinschaft bei. Die Qualitäten der Kinder sind heutzutage oftmals verschüttet. Es liegt an den Erziehungspersonen, ihre Potenziale zu ergründen und ihre freie Entfaltung zu ermöglichen. Gegebenenfalls müssen sie in einem entspannten, motivierenden Lernklima wiedererweckt werden. Durch bedingungsloses Angenommen sein sowie Wertschätzung der persönlichen Interessen und Stärken kann eine positive, tragfähige Beziehung zu den Lernenden aufgebaut werden. Ein vertrauensvoller Umgang und Stabilität während der Schullaufbahn, schafft einen nährhaften Boden für Fortschritte von Leistungen in allen Kompetenzbereichen. Die Lernenden erleben sich als selbstwirksam und mitverantwortlich für ihr Schulerleben. Sie üben sich in Selbständigkeit, indem sie ihr Handeln zielorientiert planen, realisieren und reflektieren. Ein positives Selbstkonzept verleiht den Kindern Mut, ihr Lernen und Leben in Gemeinschaft mitzugestalten, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren, ihre Fähigkeiten einzubringen und Grenzen zu respektieren.

Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist die ständig präsente, aber zurückhaltende Begleitung der Lehrpersonen. Sie agieren als Coachs, die jeden Entwicklungsschritt der Kinder den Ressourcen entsprechend lenken. Auf diesem Weg bleibt ein Kind begeisterungsfähig und lernwillig, seine Seele bleibt gesund (vgl. Ruf& Gallin3, 1998).

In der Schulgemeinschaft wird ein gewaltfreier, respektvoller Umgang zwischen allen Schülern und Lehrpersonen angestrebt. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, damit aus den Lernenden starke, selbstbewusste, kreative Persönlichkeiten hervorgehen. Konflikte werden konstruktiv ausgetragen. Aktives Zuhören, einander ernst nehmen in seiner Befindlichkeit und Mitfühlen entwickeln tragen zur emotionalen Reife bei.

Ein demokratischer, humanistischer Führungsstil mit transparenter und konsequenter Durchsetzung von Grenzen und Regeln definiert den Rahmen, worin sich die Lernenden bewegen. Ganzheitliche Förderung meint ein vielseitiges Lernangebot in sprachlichen, mathematischen, naturkundlichen, sportlichen, handwerklichen und kreativen Kompetenzbereichen, welches das kindliche Erleben mit all seinen Emotionen und Wahrnehmungen ins Zentrum stellt.

 

Leitzitate

 

 Armin Fähndrich

"Es gibt einen Unterschied zwischen glücklichen Kindern und Kindern, die gut darin sind, die Erwartungen der Erwachsenen zu erfüllen."

 

Maria Montessori

„ Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen. Sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“

„ Der Lehrer muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann!“

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es alleine tun. Habe Geduld, meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“

 

Johann Heinrich Pestalozzi:

Kopf- Herz- Hand: Ganzheitliches Lernen ist Lernen mit allen Sinnen, Lernen mit Verstand, Gemüt und Körper.

 

Konfuzius:

„Ich höre und ich vergesse, Ich sehe und ich erinnere mich, ich tue und ich verstehe.“

 


 

3. Didaktisches Unterrichtskonzept

Die Schule Sonnenweg hält sich an den Aargauischen Lehrplan (2000) der Volksschule. Auch die Lehrmittel sind dementsprechend gewählt. Um jederzeit einen reibungslosen Übertritt in die Volksschule zu gewährleisten, werden Lernstände mit Aufgaben aus Vergleichtests überprüft und Übergänge werden sorgfältig vorbereitet und begleitet.

Die Hauptfächer Sprache und Mathematik werden in moderner, hoher Unterrichtsqualität vermittelt. Kinder werden individuell gefördert- das bedeutet, dass jedes Kind auf seinem Weg ist. Anschliessend erfolgt eine rollende Förderplanung. Es folgt die Umsetzung der vereinbarten Ziele. Ende Semester werden die Lernstände anhand des Lernberichts evaluiert. Die Beurteilungskriterien stimmen mit der Volksschule überein. 

Ein Grundprinzip stellt die Schülerzentriertheit dar. Echte Lernzeit nach Meyer (2004) bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler aktiviert sind und die Lehrperson im Hintergrund steht. Sie beobachtet die Lernstände, bestimmt nächste Lernschritte und überprüft diese. Sie stellt individuell zugeschnittene Programme mit Material und Lernzielen bereit, welche die Lernenden möglichst selbständig erarbeiten. Um verschiedenen Lernkanälen und Lerntypen gerecht zu werden, wird auf Methodenvielfalt geachtet und das Lernen als Individuum, sowie als Gruppe bewusst eingesetzt. Lernen findet vor allem anschaulich und handelnd statt.

Dialogisches Lernen (Ruf und Gallin) ist ein weiteres Prinzip unseres Unterrichtskonzepts. Der Mensch lernt in Auseinandersetzung mit dem Lernstoff indem er mit anderen Menschen darüber spricht. Der Lerninhalt wird so vernetzt und Gedächtnis verankert. Lernpartner nach Guldimann (1996) sind eine geeignete Methode, diese interaktionistische Lernprozesse zu unterstützen, zudem erhöht sich die Eigenständigkeit der Lernenden.

Das Montessori- Unterrichtsmaterial hat im selbständigen Erarbeiten eines Themas seinen festen Stellenwert.

Altersdurchmischtes Lernen. Ein Beginn mit wenigen Kindern ermöglicht einen systematischen Aufbau der selbstbestimmten Lernkultur. Kommt ein neues Kind in die Gruppe, kann es von einem fortgeschrittenen Kind angelehrt werden.

Warum keine Arbeitsblätter

 

3.1. Der Stundenplan

Die Stundendotation muss in etwa der Volksschule entsprechen. Gemäss Stundenplan ist der Unterricht vormittags für alle, nachmittags ab der 3.Klasse:

  • Unterstufe 1. und 2. Klasse 20 Lektionen
  • Mittelstufe 3.- 6. Klasse 29 Lektionen

Der Stundenplan ist kindgerecht gestaltet. Die Hauptfächer Sprache und Mathematik finden morgens in flexiblen Modulen statt, damit sich das Kind ohne Unterbrüche vertiefen und organisieren kann (vgl. Krapf, 1997 und Wagenschein, 1999).

Die Mittelstufe bereitet Ihr Mittagessen mit der Lehrperson zusammen zu. 

Betreuungsangebot gibt es durch den Mittagstisch am Montag, Dienstag und Donnerstag, nach dem Unterricht sind die Lernenden auf dem Heimweg. Es besteht die Möglichkeit, dass die Eltern ihr Kind im Hort über der Schule selbstverantwortlich betreuen lassen. 

 

3.2. Der Schulraum

Der Schulraum ist als Lernlandschaft gestaltet. Die Lernenden befinden sich alle im offenen Raum, die Bereiche sind mit halbhohen Regalen abgetrennt. So hat man die Übersicht und trotzdem bieten die Nischen Rückzugsmöglichkeit für konzentriertes Arbeiten. Alle Sozialformen haben ihren Platz. 

Altersdurchmischtes Lernen wird auf ganz natürliche Weise stattfinden. Die Älteren leiten die Jüngeren an, leben ihnen vor und führen die Gruppe entscheidend in die neue Lernkultur ein. Ein grosser Vorteil, wenn man mit einer kleinen Gruppe starten kann.

Die gesamte „Klasse“ trifft sich in gemeinschaftlichen Sequenzen: Zu Beginn im Kreis, zum Znüni, zum Abschluss.

Während den Hauptfächern Deutsch und Mathematik bilden die Schülerinnen und Schüler Lernpartnerschaften, so kann dialogisches Lernen zum Verstehen beitragen und Eigenständigkeit fördern. Die Kinder helfen sich gegenseitig weiter. Dabei arbeiten sie an den Gruppentischen.

Während der Projektarbeit sind freie Interessensgruppen wählbar- altersdurchmischt. Es können aber auch gemeinsame Themenarbeiten entstehen. Es wird darauf geachtet, dass jedes Kind alle Fächer bearbeitet.

Die Raumgestaltung ist für diese Didaktik entscheidend. Keine Frontalausrichtung, sondern drei verschiedene Lernumgebungen: 

Der Kreis ist der Treffpunkt der Gemeinschaft. Der Tagesbeginn- so wie Abschluss findet im Kreis statt. Es wird orientiert, geplant, reflektiert, besprochen, erzählt, gespielt, musiziert und gelacht. Lernresultate werden der Gruppe vorgestellt, damit alle vom Einzelnen profitiert. Der Einzelne wird mit Wertschätzung beschenkt und akzeptiert wie er ist.

An Gruppentischen ist kooperatives Lernen oder auch Einzelarbeit vorgesehen. Die Lernenden arbeiten in Lernpartnerschaften in ihren Sprach- oder Mathematikmodulen. Sie bestimmen, wann der Zeitpunkt für den Wechsel Sinn macht, wann für sie eine Arbeit „fertig“ ist. Bis zur Pause um 10 Uhr haben alle an mindestens einem Sprach- und einem Mathematikmodul gearbeitet. Die Module werden im ersten Monat eingeführt und eng begleitet, bis jede Schülerin und jeder Schüler weiss was, wie zu tun ist und wie die Abläufe sind.

Ateliers. Nach der Pause steht Projektunterricht auf dem Programm. Diese Projekte sind mit dem Freispiel vergleichbar. Die Kinder stellen sich selbst einen Auftrag nach ihren persönlichen Stärken und Interessen. Dazu stehen ihnen folgende kreativen Angebote zur Auswahl:

Werkbank mit Werkzeug zum Nageln, Schrauben, Sägen, Schleifen. Nach der Idee sollen Skizzen helfen, eine Werkarbeit zu realisieren. Dabei sind Vorstellungsvermögen, Problemlösung und handwerkliches Geschick gefragt.

Malatelier nach Arno Stern. Breite Farbpalette und Malwand beleben die Bühne von Kreativität. Farben und Formen werden auf allen Entwicklungsstufen hervorgebracht. Emotionen, Geschichten, Lerninhalte können auf diesem Weg ausgedrückt und dargestellt werden.

Arbeiten am Computer: Texte schreiben und gestalten, Themen oder Anleitungen recherchieren, Präsentationen vorbereiten und mit Bildern anreichern, Zehnfingersystem lernen, Sprachen übersetzen, Filmprojekte, Tonaufnahmen  und vieles mehr soll die Schüler fit machen für die Zukunft. Der sinnvolle Einsatz, Gefahren der Medien und richtige Anwendung ist mir in der Erziehung wichtig. Medienpädagogik wird ernst genommen.

Nähatelier und Handarbeit: In der Nähecke warten Nähmaschine, Nähkasten, Wolle und Stoffe auf deren Verarbeitung zu Kunstwerken. Das Erlernen der Techniken verlangt Geduld, Ausdauer, Konzentration und Fleiss. Eine Idee mit den eigenen Händen erschaffen zu dürfen, bereitet Kindern unglaubliche Freude und Stolz.

Kochen sollen die Kinder mit Hilfe einer Foto- Anleitung, worauf jeder Schritt abgebildet ist. Sie üben sich in Selbständigkeit durch Kochen und abwaschen. Der Umgang mit heiss und kalt, hart und weich (z.B. beim Kneten) ist wichtig für die taktile Wahrnehmung. Selber kochen macht Spass, da man die Speisen anschliessend teilen und geniessen kann. Am Mittagstisch am Dienstag wird das Kochen in Englisch angeleitet.

Beim Musizieren bringen die Lernenden entscheidendes Vorwissen ein. Es ist erwünscht, dass private Instrumente zum musizieren mitgebracht werden und so in einem Orchester mitklingen. Wer noch kein Instrument spielt, lernt Blockflöte. Das aufeinander hören, aufmerksames Einsetzen und gemeinsam ein Stück spielen stärkt die Gemeinschaft. Natürlich wird auch gesungen und Rhythmus geübt. Dies kann in der Musikecke einstudiert werden.

Spielen/ Lesen: Die Spielecke ist ein wichtiger Baustein in der Lernlandschaft. Das Spiel regt die Sinne an, bietet Erholung und fördert die Sozialkompetenz. Das Sofa ist ein Rückzugsort für Ruhe und Studium von Büchern. Die Spielecke kann in Krisenmomenten eines Schülers entscheidend zur Beruhigung beitragen. Auch zur Überbrückung kann das Spiel genutzt werden.

Englisch wird von einer zweiten qualifizierten Lehrperson unterrichtet. Englisch findet wöchentlich am Dienstagnachmittag statt.

Sportunterricht findet von Frühling bis Herbst im Freien statt. Die Aufenthalte im Wald, auf Feldern, am See oder Bach verschaffen viel Bewegung. OL, Reiten, Velofahren, Joggen, Vitaparcour, Mannschaftssport und –Spiele u.v.m. werden eingebaut. Im Winter mieten wir eine Turnhalle für den Sportunterricht.

Hausaufgaben gibt es nicht. Sie sind ein veralteter Überbleibsel aus der Zeit der Selbstversorger. Beim heutigen Schulpensum ist es unverantwortlich, die Kinder in ihrer Freizeit zusätzlich mit Hausaufgaben zu belasten. In vielen Familien sorgen Hausaufgaben für Konflikte. Ich vertrete die Meinung, dass das Kind seine Freizeit mit der Familie geniessen soll.

Warum keine Hausaufgaben

Realien findet wenn immer möglich draussen statt. Die Naturpädagogik gilt als Ausgangspunkt für die Entwicklung der modernen Umweltbildung. Naturpädagogik schafft ganzheitliche, erlebnisorientierte Zugänge zu abstrakteren Nachhaltigkeitsthemen wie Zyklizität, Vernetzung oder Komplexität und fokussiert dabei auf das Lernen mit Herz und auf die Wahrnehmung mit allen Sinnen. Bei der Naturpädagogik wird über einen praktischen Ansatz Neugier und Interesse für alles Lebendige geweckt.

Es werden Kulturtätigkeiten des Menschen an der Natur, am Wald erklärt. Das  heisst es wird aufgezeigt,  was die Natur dem Menschen alles schenkt. (SILVIVA)

Der offene Raum des Waldes fordert das Kind zu den verschiedensten Bewegungen auf, es kann Vertrauen zu seinen motorischen Fähigkeiten entwickeln. Im Wald kann auch Ruhe und Geborgenheit erfahren werden. In der Stille bemerken die Kinder Dinge, die ihnen vorher nicht bewusst waren (z.B. wie der Wald riecht). Gleichzeitig wird die Konzentration gestärkt, die eine optimale Voraussetzung für konstruktives und kreatives Lernen bedeutet. Eigenes Handeln wirkt dem passiven Konsumverhalten im Alltag entgegen. Der Wald bietet eine magische, märchenhafte Welt, die dem Kind entgegenkommt. Naturaufenthalte stärken das soziale Miteinander. Die Kinder erfahren, wie wichtig viele Hände für das Gelingen einer Sache sein können. Beim Tun lernen sie sich selber zu organisieren und die Stärken voneinander zu erfahren. Die Kinder beobachten Naturerscheinungen, erleben die Jahreszeiten, entdecken Tiere und Pflanzen mit ihren Eigenarten. Solche positive, emotionale Beziehungen bieten dem Kind eine gute Grundlage für einen verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit der Natur.

Die Tierpädagogik wird in unserer Institution ein wichtiger Bestandteil werden. Zuerst wird eine Partnerschaft zum Bauernhof gesucht, später sollen eigene Tiere das Schulleben bereichern. Unter anderem sind dies Pferde, Schafe, Kaninchen. Mit Hilfe der Tiere schulen und fördern wir Beziehungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen, Empathie, Fremdwahrnehmung, Motorik und soziale Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen unter Einbezug aller Sinne. Die Reitpädagogik wird sich entwickeln. Pferde sind sehr feinfühlige Tiere und sie sind ein Spiegel unserer Seele. Oft können hier Tiere eine vermittelnde Rolle übernehmen, indem sie den Kindern helfen, Beziehungen einzugehen. (www. Lindenacker.ch)

Der Schulgarten – ein Kreislauf entsteht! Vom Entdecken des Samenkorns über das Säen in Anzuchterde, das Pikieren und Pflanzen in Beete, die Pflege und die Ernte, lernen die Schüler in der Schulküche auch noch das Zubereiten des heimischen Gemüse aus Bioanbau. Durch einen eigenen Schulgarten ist es der Schule möglich, Fächer- und Jahrgangsübergreifend den Schülern die Themen Gartenbau und Naturerlebnis näherzubringen. Die Wechselwirkung zwischen Pflanzen, Lebewesen und ihrer Umwelt wird den Schülern „live“ dargestellt. Da knüpft sich auch das Thema ökologischer Pflanzenschutz an. In einem naturnah aufgestellten Garten haben es Schädlinge nicht so leicht.  Denn wo ein Schädling – dort auch ein Nützling sein wird. (www. gartenpaedagogik.de)

 

3.3.  Beurteilung der Schülerinnen und Schüler

Die Schüler erhalten wertschätzendes Feedback zu ihrem Lernstand. Es gibt weder Zeitdruck, noch Prüfungen welche Ängste, Blockaden oder Frust auslösen können. Die Beurteilung der Selbst-, Sach-, und Sozialkompetenz wird mit einem Lernbericht zwei Mal jährlich rückgemeldet. Die Kriterien stimmen mit der Volksschule überein, so sind Leistungen vergleichbarer bei Ein- oder Austritt.

Warum keine Noten

 

3.4. Eintritt

Die Erwartungen des Kindes und der Erziehungsberechtigten werden mit unserem Angebot sorgfältig abgeglichen. Die Bedürfnisse des Kindes bestimmen über eine Aufnahme an der Schule Sonnenweg. Es ist für das Schulleben wichtig, dass auf die Konstellation der Gruppe, wie auch auf ihre bestehende Gruppengrösse Rücksicht genommen wird.

Die Kinder werden nach folgendem Aufnahmeverfahren aufgenommen.

  1. Kennenlerngespräch
  2. Schulbesuch/ Schnuppertage
  3. Definitive Aufnahme durch Aufnahmeformular und Vertrag

Bei einem Austritt wird eine schriftliche Übertrittsempfehlung in einem gemeinsamen Gespräch mit den Eltern unterzeichnet. Vorgängig hat das Kind bereits die künftige Schule besucht. Die Empfehlung geht z.H. der Eltern und abnehmender Schule.

 

3.5. Elternmitarbeit

Die Eltern sind wichtige Partner für die Lehrpersonen. Es wird Hand in Hand mit dem Kind gearbeitet, dafür ist eine Vertrauensbasis und gegenseitige Anerkennung Voraussetzung. Die Beziehung zu den Eltern wird in Gesprächen, an Schulanlässen oder während ihrer Mitwirkung im Schulleben gepflegt. Die Eltern sind jederzeit herzlich eingeladen, ihre Kinder im Unterricht zu besuchen. Das Interesse der Eltern an der Schule spiegelt sich im Verhalten des Kindes wieder. 
 


 

4. Literaturverzeichnis

Achermann, E. (2005). Unterricht gemeinsam machen. Bern: Schulverlag.

Gallin, P. & Ruf, U. (1998). Dialogisches Lernen in Sprache und Mathematik. Band 2: Spuren legenspuren lesen. Velber: Kallmeyer.

Guldimann, T. (1996). Eigenständiger Lernen. Bern: Haupt.

Hollenweger, J. & Lienhard, P. (2003). Handreichung für die Durchführung von schulischen Standortgesprächen. Unveröff. Skript, Hochschule für Heilpädagogik, Zürich.

Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (ICF), (2004). Köln: DIMDI.

Knaus, S. (2006). Stufenübergreifendes Förderkonzept für eine Tagesschule. Diplomarbeit der Hochschule für Heilpägagogik. Zürich.

Krapf, B. (1997). Aufbruch zu einer neuen Lernkultur. Bern: Haupt.

Lehrplan für die Volksschule des Kantons Aargau. (2000). Aarau: Lehrmittelverlag des Kantons Aargau.

mathbu.ch 7. (2004). Arithmetik / Algebra, Geometrie und Sachrechnen für die Sekundarstufe I.

Scheu, R& Kool, H. (2014). Villa Monte Schule der Kinder. Lars Müller Publishers.

Schulverlag plus / Klett und Balmer Verlag, Zug.

Schulte- Markwort, M. (2015). Burnout- Kids. Pattloch.

Meyer, H. (2004). Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen Scriptor.

Wagenschein, M. (1999). Verstehen lehren. Weinheim: Beltz.